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Neue Mode braucht das Land
Europastart von American Apparel auf der ispo summer 03
ISPO News
September 2003

Der T-Shirt-Spezialist American Apparel startete auf der ispo seine Europaoffensive. In kürzester Zeit war das Unternehmen auf allen relevanten Messen und wirbt mit Spezialservices. Wir sprachen mit Senior Partner Dov Charney.

ISPO: Welche Philospohie vertreten Sie?

Dov Charney: Jeder, der mit uns in Verbindung steht, soll eine positive Erfahrung machen Kunden, Händler, Angestellte, Arbeiter, Lieferanten, Farmer und Gesellschaft.

I: Sie werben damit, "sweatshop-free" zu arbeiten.

DC: Sweatshop-free heißt, dass die Arbeiter gerecht und gut behandelt werden. Viele Firmen haben versucht, für ihre Dollars das meiste herauszuholen — viele machen das immer noch. So sind die Arbeitsbedingungen immer schlechter geworden. Sweatshop-free heißt für uns, dass wir nicht die Menschen ausbeuten, sondern ihre Fähigkeiten ausschöpfen. Wir bezahlen nicht nur exzellent, sondern integrieren die Mitarbeiter auch auf vertikaler Ebene. Wir behandeln die Arbeiter mit Würde, gleichzeitig machen wir aber ein außergewöhnlich gut ankommendes Produkt. Das schaffen wir, indem wir nicht ständig unsere Produkte ändern. Ab und zu stellen wir neue Teile vor, aber wir garantieren auch, dass unsere Sachen sehr lange halten. Wir verwenden natürlich auch die allerbeste Baumwolle, aber es geht am Ende nicht um Luxus, sondern um die Gesamtqualität. Wir entwickeln unsere Produkte mit den jungen, aufstrebenden Menschen im Hinterkopf.

I: Wie machen Sie dann Gewinn?

DC: Das Unternehmen ist sehr gut strukturiert. Es ist am Ende günstiger, unseren Arbeitern zu Hause gute Löhne als irgendwo anders Hungerlöhne zu zahlen.

I: Was erwartet uns bei Ihrem Europastart?

DC: Die Händler können erwarten, dass wir 2.500 verschiedene Optionen auf Lager haben — verschiedene Farben, Größen und Styles. Auch wenn unser Produkt nicht das billigste ist, werden es die Leute lieben. Wir machen T-Shirts, die sich richtig gut verkaufen, und bieten den besten Service: kostenfreien Lufttransport nach Europa und gesponserte Einfuhrzölle. Und wir liefern in wenigen Tagen.

I: Wie garantieren Sie, dass ihre Produkte verkauft werden?

DC: Weil wir eine Underground-Marke sind, wir wehren uns gegen die Konventionen. Junge Weltenbürger verabscheuen Konventionen, die Ethik größerer Marken und deren Geschäftsgebaren. Sie wollen individuell sein und werden American Apparel dankbar aufnehmen, da es gut ist und klassisch passt. Deshalb werden wir die Marke der nächsten Generation sein.

I: Haben Sie mit der sexy Kampagne in den USA Probleme?

DC: Ein wenig bei den Akademikern. Sie finden unser Business-konzept gut, aber sie haben nicht ganz den Sinn hinter unserem Werbeansatz verstanden. Wir fühlen so, wie es unsere Werbung darstellt. Das hat wirklich nichts mit unserer Moral in Bezug auf die Arbeitsumstände zu tun. Wir stehen zu unserer Sache. Es gibt ja wirklich wichtigeres im Leben, um das man sich Sorgen machen sollte — zum Bei-spiel, woher das Produkt kommt.

I: Wie sieht Ihre Planung jetzt aus?

DC: Kurzfristig werden wir den Händlern unseren umfassenden Service bieten. Auf lange Sicht werden wir in Europa produzieren. Die Produktion sollte nah am Markt sein und wir möchten außerdem in der ganzen Welt investieren und der Bevölkerung damit auch Gutes tun. In Europa ziehen wir gerade London oder Berlin in Betracht. Berlin hat uns sicherlich in seinen Bann gezogen — das ist gerade furchtbar angesagt.

Der Artikel stammt aus dem ispo_news Review summer 03, den Sie sich auf der Homepage von www.ispo.com bzw in den einzelnen Communities downloaden können.