Made in Downtown LAVertically Integrated Manufacturing
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Gelebte Freizügigkeit
USA for Austria: Das kultige Öko-Lifestyle-Label "American Apparel" eröffnete einen Store in Wien. Der Erfolg ist vorprogrammiert.
Kurier
Nicole Adler
August 22, 2008



Die Mitarbeiter in den Shops sind jung, sexy, cool. Und sie tragen selbstverständlich ausschließlich gut gestylte American Apparel-Outfits. Denn das amerikanische Label mit seiner großen Auswahl an bunten Baumwoll-Basics, hat ein außergewöhnlich kluges Erfolgsrezept. Pestizidfreie Baumwolle, die in der eigenen Manufaktur gefärbt und endgefertigt wird. Simple Dinge werden aus den angenehmen Baumwollstoffen geschneidert - TShirts, Kapuzenjacken, Leggings, Unterwäsche, Kleider, Windjacken und Schals, die zu überaus moderaten Preisen über den Ladentisch gehen. Schnitte, Styles und Farben der Marke sind zudem alles andere als bieder. Ein smarter Mix aus Öko, Ethik, Sexappeal und Coolness. Das Erfolgskonzept des "Best of sexy Öko-Basics" Label scheint für die globalisierungskritische Jugend von Heute wie maßgeschneidert.

Querdenker
Gründer Dov Charney blickt auf eine fast beispiellose Erfolgsgeschichte zurück. Mit seiner expansiven Firma hat der unkonventionelle Unternehmer aus Kanada den amerikanischen Traum in Höchstgeschwindigkeit absolviert. Als einer der Ersten erkannte Charvey, dass die Modeindustrie, wie keine andere Branche, durch die Produktion in Billiglohnländern bei den Konsumenten in Misskredit geraten war. Und so kam es, dass Charney nicht nur eine Firmenzentrale in Downtown L.A. etablierte, sondern auch die Produktionsmanufaktur. "Garantiert Sweatshop-frei" - das Etikett "Made in Downtown L.A." anstelle von "Made in China" wurde schnell zum Markenzeichen des amerikanischen Modekonzerns, der in den letzten Jahren einen vielbeachteten Höhenflug erlebte.

Die Arbeiterinnen in der Manufaktur, von denen die meisten Immigranten aus Lateinamerika sind, verdienen mehr als das Doppelte des amerikanischen Mindestlohns. Chaney zahlt außerdem ihre Krankenversicherung. Englischkurse, Yoga und Massage gibt es für die Mitarbeiter gratis.

Kein Wunder, dass dem exzentrischen Querdenker, der aussieht, als wäre er der 70er-Jahre- Fernsehserie "Starsky & Hutch" entsprungen, die Wirtschaftswelt bald zu Füßen lag und er als der neue Messias der Branche gefeiert wurde. In den vergangenen Jahren hat sich der Umsatz der erfolgreichsten US-Marke vervierfacht, die 180 Geschäfte in 13 Ländern betreibt. Das Unternehmen zählt mittlerweile zu den größten Textilketten der USA und setzt pro Jahr an die 300 Millionen US-Dollar um.

Sex Sells
Nicht unwesentlicher Erfolgsfaktoren und Eckpfeiler der Modekette sind zweifellos die provokanten Porno-Chic-Sujets der Imagekampagne. Sie sorgen regelmäßig für Aufregung und medialen Wirbel.

2006 warb die Pornodarstellerin Lauren Phoenix als Strumpf-Model in einer Anzeige. Meist werden aber die jungen hübschen Mitarbeiterinnen in aufreizend schrägen Posen für die Werbesujets abgelichtet. Das spart Geld und scheint den Beteiligten Spaß zu machen.

Seine gelebte Freizügigkeit hat dem Chef, der früher gerne die freie Liebe predigte und seiner Arbeit angeblich am liebsten in Unterhosen nachging, einige Imageprobleme und Kritik seitens der Feministinnenfront eingebracht.

Eröffnung
Auch in Österreich hat die Marke gute Chancen, den Markt aufzumischen. Der kürzlich eröffnete Shop auf der Mariahilfer Straße 22-24 wurde von jungen Hipsters und AA-Fans bereits sehnlichst erwartet, bisher hatte man die begehrten Teile nur übers Internet bestellen können.

Bei den Größen könnte es etwas schwierig werden. Large ist gerade mal groß genug, um als 38 hineinzupassen. Was doch sehr schade ist, denn auch Frauen, die nicht nur flach sind, würden in AA recht gut aussehen.

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