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Es gibt kein Ziel, es gibt nur Möglichkeiten
Als erste Modemarke hat American Apparel einen virtuellen Store in Second Life eröffnetund damit vor allem einen erstklassigen PR-Coup erzielt. Im Interview mit x-ray spricht Raz Schionning, Web Director von American Apparel, über die Chancen, Grenzen und die Zukunft von Second Life.
X-Ray
Martina Mullner
March 2007

x-ray: Wann hat American Apparel beschlossen, einen Shop in Second Life zu eröffnen?

Raz Schionning: Im Juni 2006.

x-ray: Wurde diese Idee im Unternehmen geboren oder ist eine externe Agentur auf Sie zugekommen?

RS: Wir stellen uns kontinuierlich der Frage, wie wir in einer Gesellschaft, die viele verschiedene Medien nützt, unser Publikum finden können. Das Second-Life-Experiment entstand aus einer Untersuchung zum Thema Videospiel-Marketing. Meine Einschätzung war damals, dass Werbung in Computerspielen zu teuer und zu riskant wäre. Während der Evaluierung traf ich Wes Keltner, den Betreiber einer kleinen Marketingfirma in Lexington Ich war damals bereits Second Life User und unsere Diskussion über unentdecktes Terrain im Marketing brachte uns darauf, das Konzept zu realisieren

x-ray: Haben Sie sich damals schon so viel Publicity von Second Life versprochen und darauf abgezielt? Oder war das Projekt Second Life mehr ein Experiment und das gewaltige Medienecho kam unerwartet?

RS: Es war mir klar, dass ein gewisses Interesse der Medien bestehen würde. Dennoch, das gewaltige Ausmaß hat uns dann doch überrascht.

x-ray: Hat American Apparel den Shop in Second Life zu PR-Zwecken etabliert oder glauben Sie, dass er der ..Offline"-Marke tatsächlich im Verkauf hilft?

RS: Oie Zielsetzung war einfach: Forschen und Experimentieren. Wir hatten ein limitiertes Budget und keine Erwartungen Wir waren die erste Real-Life-Marke in Second Life - also gab es auch nichts, worauf wir hätten aufbauen können. Wenn wir den erzielten Medienwert von unserem Second-Life-Wagnis abziehen, ist das, was übrig bleibt, nicht berauschend. Es kann sein, dass sich hier tatsächlich Marketingwerte oder Businesschancen eröffnen, aber das war mit unserem sehr schmal gehaltenen Projekt noch nicht realisierbar. Ich glaube fest daran, dass es Wege gibt, in Second Life auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

x-ray: Es gibt keinen zwingenden Grund, in Second Life Markenbekleidung zu tragen. Dennoch bezahlen Menschen dafür. Warum?

RS: American Apparel verkauft in Second Life keine "gebrandete " Kleidung. Um unserer Marke treu zu bleiben, ist die Kleidung, die wir virtuell anbieten, genauso Logo-frei wie in unseren Real-Life Stores. Sie sagen, dass es keinen Grund gibt, in Second Life Marken zu tragen Dafür gibt es auch im realen Leben keinen wirklichen Grund und dennoch tun wir es. Wahrscheinlich entscheiden wir aus den gleichen Gründen dafür; Marken reflektieren ein Image, haben Charme oder Werte, mit denen wir uns identifizieren.

x-ray: Welchen Zusatznutzen bieten Sie Ihren Second-Life-Kunden?

RS: Zur Eröffnung des Stores haben wir Rabatte auf die echten Produkte gegeben, wenn der Konsument das gleiche Stück in Second Life gekauft hat.

x-ray: Ist Ihr Second Life Shop mit dem realen Leben verbunden? Können Menschen in Ihrem Onlineshop die gleichen Artikel kaufen?

RS: Ja, das Second-Life-Geschäft ist mit dem Onlineshop verbunden.

x-ray: Was denken Sie persönlich über Second Life? Ist es ein Hype oder wird das die Zukunft des (Mode-) Einzelhandels sein?

RS: Second Life ist die Umsetzung eines erstaunlichen Konzepts. Es enthält Elemente der Sozialisation und Visualisierung, die das Massen-publikum bisher weder gesehen noch erwartet hat. Das grundlegende Konzept ist eine Welt, die von Menschen aufgebaut wird, die in ihr leben Hierin unterscheidet sich Second Life von 3D-Multi-Player-Spielen Second Life ähnelt mehr dem World Wide Web; es ist eine Plattform, wo man Menschen treffen, Orte besuchen und an einem Erlebnis teilhaben kann. Es gibt kein Ziel - es gibt nur Möglichkeiten Wie dieses Konstrukt den Einzelhandel beeinflussen wird, ist unklar. Aber es besteht sicher ein spannendes Potenzial. Geschickte Firmen werden versuchen diese Möglichkeiten zu erforschen.

x-ray: Abgesehen von Second Life. glauben Sie, dass die zukünftige Generation es bevorzugen wird. online oder offline einzukaufen?

RS: Da wir alle Bedürfnisse und Wünsche haben, die nur durch den Handel erfüllt werden können, glaube ich, dass physische Einkaufsgelegenheiten weiterhin sehr wichtig sind. Aber auch neue Wege des Einkaufens, wie beispielsweise die virtuellen Geschäfte webbasierter Onlinestores werden in der Gesellschaft immer mehr Anklang finden. Sie erlauben uns größere Freiheit und bewahren uns vor langweiligen Aspekten des Alltags.

x-ray: Jenseits von Second Life - wie wichtig ist das Onlinebusiness heute für American Apparel? Und was sind die Wachstumsperspektiven?

RS: Der American Apparel Onlinestore ist ein globaler Marktplatz. Er erwirtschaftet einen bedeutenden Umsatzanteil für das Unternehmen und wächst weiterhin so beispiellos, dass der Onlinestore das Wachstum des gesamten Unternehmens weit hinter sich lässt.

x-ray: Vielen Dank für das Gespräch.

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