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Biologisch und fair gehandelt: Die Mode entdeckt die Moral
So selbstverständlich, wie der mündige Konsument wissen will, was er isst, fragt er nun bei Textilien nach. "Tu Gutes und schau gut dabei aus" scheint die Maxime der Öko-Mode zu sein.
OÖNachrichten
Claudia Werner
March 5, 2007



Sienna Miller schwärmt für fair produzierte Jutesandalen. Leonardo DiCaprio bevorzugt ökologisch hergestellte Shirts. Und Ali Hewson, Ehefrau desU2-Sängers Bono, hat mit Edun (dem Anagramm für "nude", nackt) gleich ein eigenes Label mit Mode aus kontrollierten Fabriken gegründet. Unter den Spitzenmodedesignern mit internationalem Renommee ist Stella McCartney die Einzige, die völlig auf die Verwendung von Leder und echtem Pelz verzichtet - keine leichte Angelegenheit in einer Branche, die sich durch eine gleichgültige Haltung' gegenüber Herkunft und Verwendung der Materialien auszeichnet. Ihre Herbst-Winter-Kollektion, die sie vergangenen Donnerstag in Paris vorstellte, ist von groben Stickwaren geprägt, ergänzt etwa mit großen, gummierten Leinentaschen.

Die Mode entdeckt die Moral. Fairer Handel und biologischer Anbau liegen im Trend, und die Großen und der Textilindustrie erforschen den Nischenmarkt. Und das nicht erst, als Levi's vor kurzem seine erste Öko-Jeans aus organischer Baumwolle, Kartoffelstärke und einem Knopf Aus Kokosschale auf den Markt brachte. Das Besondere an der Strömung: Sie setzt nicht auf Erfolg bei Umweltschützern, sondern spricht bewusst modische, junge Kunden an.

Ethische Modeschau

Das Label Edun war Teil der seit drei Jahren existierenden Ethical Fashion Show, die jeweils eine Woche nach den offiziellen Prêt-â-porters in Paris stattfindet. Partner der alternativen Modeschau ist PPR, der französische Luxuskonzern Pinault-Printemps-Redoute zu dem unter anderem La Redoute gehört. Frankreichs größtes Versandhaus hat den Markt der Biomode längst im Visier: Schon im vergangen Jahr verkaufte die Firma 20.000 T-Shirts aus Bio-Baumwolle zu Preisen zwischen neun und 25 Euro. „Vor drei Jahren interessierte sich kein Mensch für politisch korrekte Kleidung", sagt Elisabeth Cazorla von La Redoute. „Heute sagen 50 Prozent unserer Kunden, dass sie Produkte aus fairem Handel kaufen wollen."

Eine Kollektion aus Bio Baumwolle, die sich preislich im gewohnten Rahmen beweg~ wird, bringt im Frühjahr auch der schwedische Kleiderriese H&M heraus. "Die Stücke erlauben, dass die Kunden so gut aussehen, wie sie sich fühlen", sagt Chefdesignerin Margareta van den Bosch.

Als einer der europäischen Vorreiter setzt Hess Natur mit Firmensitz nahe Frankfurt diesen Gedanken seit 30 Jahren um: Kleidung, die ökologisch konsequent ist, die Umwelt schont und seit einigen Kollektionen wirklich gut aussieht. Für seine naturbelassenen Ökotextilien verwendet Hess Natur atmungsaktive Naturfasern wie Schurwolle, Leinen, Baumwolle, auch Seide, Kaschmir oder die Cannabis-Faser Hanf.

Nur zehn Jahre brauchte Dov Charney, Chef von American Apparel dafür, wovon alle träumen. Fünfmal in Folge gelang es ihm, seinen Umsatz zu verdoppeln: bis auf zuletzt 250 Millionen Dollar. Seine T-Shirts werden „sweatshop-free" nicht in Billiglohnländern, sondern zu besten Arbeitsbedingungen in Kalifornien hergestellt. Und: Die Marke gilt als cool, authentisch und glaubwürdig.

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